An Weihnachten um die Welt

Fröhliche Weihnacht überall. Heute wird das Fest nichtchristlichen Ländern wie China gefeiert. Weihnachtsmann und Christbaum sind dabei austauschbar und werden durch allerlei andere Sitten und Bräuche ersetzt.

Feliz Navidad in Mexiko

Ausgelassenes Feiern bei Musik und Tanz – Weihnachten in Mexiko ist deutlich lebhafter als bei uns. Ein traditioneller Weihnachtsbrauch sind die Posadas, die vom 16. Dezember bis Heiligabend begangen werden. Ein Paar, verkleidet als Maria und Josef, geht auf Herbergssuche von Haus zu Haus und bittet um Einlass. Nach zweimaligem Abweisen, da die Herberge voll sei, werden sie und die anderen Gäste bei zuvor ausgewählten Familien herein gelassen. Die fiesta mexicana kann beginnen. In einigen Gegenden versammelt sich die Gemeinde vor der Kirche, um den Heiligen Abend mit dem „Baile de la Flor“ zu beginnen, einem Blumentanz mit Freudenfeuer und Feuerwerk. Das Highlight bildet das Knacken der Piñatas, bunter Phantasiefiguren aus Pappmaché, gefüllt mit süßen Überraschungen. Geschenke gibt es dann erst am 6. Januar, welche in die Schuhe der Kinder gelegt werden.

Neujahrsfest in der Volksrepublik

In China gilt das Weihnachtsfest als modern und schick – nicht nur westliche Produkte sind „in“ sondern westliche Verhaltensweisen. Denn eigentlich haben christliche Religionen und ihre Bräuche im Reich der Mitte kaum eine Bedeutung. Erst die Globalisierung hat das verändert und beschert Restaurants und Geschäften ein Plus an Umsatz. Traditionell wird der Beginn des neuen Jahres gefeiert, mit Geschenken und Reiskuchen. Das chinesische Neujahr richtet sich nach dem traditionellen Mondkalender. So fällt das Neujahrsfest auf einen Neumond, im kommenden Jahr auf den 19. Januar. Ein glücksbringendes Ritual dabei ist der wu-shi, bei dem meist zwei Personen unter einem „Löwenkleid“ einen Tanz aufführen. Fälschlicherweise wird das Löwenkostüm oft als „Drache“ verkannt. Während der Festtage reisen über 200 Millionen Chinesen von den Wirtschaftsmetropolen in ihre Heimatdörfer zu ihren Familien, wobei es nicht selten zu chaotischen Verhältnissen kommt, die das ganze Land lahmlegen.

Lucia – Die Braut im weißen Gewand

Lucia kommt als Lichtbringerin in einem weiten, weißen Gewand mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf in die Häuser der Menschen, um Licht und Freude zu bringen. Am 13. Dezember weckt sie in den schwedischen Familien die Schlafenden und bringt ihnen skandinavisches Safranbrot. Die Nacht vom 12. zum 13. Dezember galt in früherer Zeit als die Längste des Jahres, mit Lucia begann die Zeit des Lichtes. „Jul“ ist in den skandinavischen Ländern das, was wir unter Weihnachtszeit verstehen und findet im gesamten Dezember statt. Es gilt als Vorläufer unserer Weihnacht. Ein vorweihnachtlicher Brauch des gegenseitigen Beschenkens ist Julklapp, in einigen Regionen Deutschlands auch als Wichteln, Engerln oder Bengerln bekannt.

Roschdeßtwom! – Frohe Weihnachten in Russland

Weihnachten und andere religiöse Feste wurden nach der Oktoberrevolution verboten, St. Nikolaus durch Väterchen Frost ersetzt. Seit dem 11. Jahrhundert hatte die russisch-orthodoxe Kirche Sankt Nikolaus verehrt, nunmehr gerieten traditionelle Bräuche in Vergessenheit. Heute hat Weihnachten in Russland einen geringeren Stellenwert als bei uns. Für russisch-orthodoxe Christen ist Sochelnik, der Heilige Abend, am 6. Januar. Das wichtigste Ereignis an jenem Abend ist ein stundenlanger Gottesdienst mit viel Gesang und Lichterprozessionen.
Am 7. Januar ist dann das Fest der Erscheinung des Herrn, der Tag an dem Gott Mensch wurde. Begründet ist das Datum durch den alten julianischen Kalender, den die orthodoxe Kirche verwendet. Obwohl die russische Weihnacht ein christliches Fest ist, konnte sich heidnisches Brauchtum erhalten. Lieder zur Verehrung der Sonne und der Natur, eine reiche Ernte und glückliche Ehe werden gesungen und gepflegt.

Text: Andreas Scherer

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